Beispiel 7: Stromkompensierte Entstördrossel

In diesem Beispiel werden die Eigen­schaften der Haupt­induktivität und der Streu­induktivität einer strom­kompensierten Entstör-Drossel dargestellt. Strom­kompensierte Drosseln haben zwei (oder mehrere) gleichartige Windungen auf einem hoch­permeablen (Ring-)Kern, die vom Strom gegensinnig durch­flossen werden. Das Magnetfeld hebt sich dadurch auf.

Für Gleichtakt-Störströme hat die Drossel eine hohe Induktivität, da diese nicht kompensiert werden.

Allerdings sättigen die hoch­permeablen Kerne sehr schnell, da sie keinen Luft­spalt haben. Bei größeren Stör­strömen kann also die Filter­wirkung der Drossel aufgrund von Sättigung rapide nachlassen.

Das nebenstehende Diagramm zeigt die Sättigungskurve einer strom­kompensierten Drossel mit Ferrit­ringkern (2 x 2,7 mH/8 A, Epcos B82725-A2802-N1). Bei einem unkompensierten Strom von 100 mA beträgt die Induktivität nur noch rund 1,5 mH.

Stromkompensierte Drosseln besitzen auch eine mehr oder minder große Streu­induktivität. Diese ist durchaus erwünscht ist, da sie Gegentakt-Stör­strömen entgegen wirkt. Das Dia­gramm zeigt die Streu­induktivität der gleichen Drossel. Sie beträgt etwas mehr als 30 µH und sättigt erst bei einem Viel­fachen des Nenn­stromes.